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„Ende gut, alles gut? Zur Nachhaltigkeit der Behandlung psychischer Störungen“

Prof. Dr. phil. Jürgen Margraf

Portrait von Prof. Dr. Jürgen Margraf

Geburtstage sind eine Gelegenheit innezuhalten und sich einen Überblick zu verschaffen. Ein gutes halbes Jahrhundert intensiver Forschung hat gezeigt, dass es für die meisten psychischen Störungen effektive Behandlungen gibt. Allerdings wird in den allermeisten Studien nur die kurzfristige Wirksamkeit
betrachtet. Psychische Störungen sind jedoch häufig schwankende, aber chronische Erkrankungen. Was also wirklich zählt, ist eine nachhaltige Verbesserung. Was wissen wir mittlerweile über die langfristigen Auswirkungen pharmakologischer und psychologischer Behandlungen? Bemerkenswerterweise zeigt die Forschung einen scharfen Kontrast zwischen den wichtigsten Behandlungsmodalitäten. Dauerhafte Erfolge nach dem Ende der Behandlung sind regelhaft in der Psychotherapie (typischerweise KVT) zu verzeichnen, während die Auswirkungen medikamentöser Effekte nach dem Ausschleichen der Präparate häufig verschwinden. Dies ist insbesondere bei Angststörungen und Depressionen durch eine nennenswerte Zahl an Studien belegt. Für soziale Maßnahmen liegen kaum systematische Studien vor, die wenigen vorhandenen Daten stimmen jedoch optimistisch. Insbesondere die nachhaltigen Wirkungen psychotherapeutischer Maßnahmen sind ein starkes Argument für ihren vermehrten Einsatz zur Bewältigung psychischer
Störungen, einer zentralen Herausforderung für die Gesundheitssysteme des 21. Jahrhunderts.

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