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Themen der körperorientierten Psychotherapie

Dr. med. Margarethe Philipp

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

endlich können wir den aufgrund der angespannten Corona-Lage abgesagten Vortrag mit Workshop nachholen.
Wir freuen uns, Sie bei unserer Hybriden Fortbildungsveranstaltung (Online oder in der NEXUS-Klinik) begrüßen zu dürfen. 

Ihr Team der NEXUS-Klinik

Programmablauf:

Vortrag 10:00 - 12:00 Uhr
Mittagessen 12:00 - 13:00 Uhr
Workshop 13:00 - 16:00 Uhr

Für diese Fortbildung bekommen Sie 8 Fortbildungspunkte.

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Meeting-ID: 934 7471 8996
Kenncode: 686631

 

Dr. med. Margarethe Philipp:

Nicht müde werden sondern dem Wunder leise wie einem Vogel die Hand hinhalten. 
Hilde Domin                                                     
Viele komplex Traumatisierte leben in großer innerer Distanz zu ihrem Körper. Neben der traumatherapeutischen Behandlung zeigt sich der nonverbale Ansatz im meditativen Tanz als hilfreich. „Dort wo die Sprache nicht mehr hinreicht, beginnt der Tanz zu sprechen.“ (Wosien, 2008:102).
Der Ansatz geht zurück auf Hannelore Eibach, die nach Begegnung mit dem Tänzer und Choreografen Bernhard Wosien, meditativen Tanz in die Psychotherapie integrierte, dies auch über Jahre u.a. bei den Lindauer Psychotherapiewochen vorstellte.
Einfache ritualisierte Tanzformen in Kreis oder Reihe helfen am ehesten über die Schwelle der Bewegungsangst. Mit Hilfe von wenigen unkomplizierten Schritten, die sich gleichförmig wiederholen, wird die Aufmerksamkeit vom Kopf in die Füße gelenkt, Körper und Musik rhythmisch koordiniert, begleitet von passenden Miniimaginationen, die Bewegungssymbolik erklärend und positive Bilder anregend. Damit werden 3 Sinneskanäle angesprochen: Hören, Sehen, selbst gesteuerte Bewegungen. Dies sorgt für Präsenz im Hier und jetzt und dem vielleicht ersten Gefühl einer Selbstwirksamkeit.
Die aus dem Tritt geratenen finden wieder Schritt, ein gehbares Schrittmaß.  Der Tanz im Kreis schenkt Verbundenheit, ohne fest zu binden, gibt Bewegungsfreiheit, ohne den Halt zu verlieren. Getragen vom Rhythmus wird die Einheit von Körper Geist und Seele sinnlich erfahrbar, in eine periodisch wiederkehrende Ordnung eingebunden. Die äußere Orientierung gibt Sicherheit, ermöglicht den PatientInnen Vertrauen wiederaufzubauen und daraus neue sie tragende Wege zu entwickeln.
Es geht nicht um den Konsum möglichst vieler Tänze, sondern um Wiederholung. Dadurch ist Einüben möglich, und jedes Mal, wenn derselbe Tanz getanzt wird, wird er anders erlebt, vielleicht vertiefter, vielleicht umfassender.
Dieser ganzheitliche, therapeutische Ansatz ermöglicht den Traumatisierten, den inneren Kindern, den Ego- States, wieder „Wohnrecht“ in ihrem Körper zu beanspruchen, ihn wieder zu beziehen und beim Tanzen mit beiden Füßen Kontakt zur Erde zu haben, verwurzelt zu sein und aus sicherem Stand heraus zu reflektieren. Bedenken wir, dass viele Kleinkinder schon tanzen, bevor sie laufen lernen. 
In der Tagesklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Dernbach wird dieser Ansatz mit Erfolg praktiziert.
Die Fortbildung ermöglicht neben theoretischen Überlegungen (Symbolik, Wirkweise, Vorstellung der Wirksamkeitsstudie, neurophysiologische Erklärungen für die Wirksamkeit) eigenes Erleben.

Ich freue mich, Sie am Fortbildungstermin kennenzulernen und ins Gespräch mit Ihnen zu kommen. Mitzubringen sind bequeme Kleidung und Schuhe, Neugier und ggf. Freude am Barfußlaufen.

Anmeldung zur Fortbildung